Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club Ortsgruppe Falkensee

Kirche im Feld mit Bergen im Hintergrund

Alpenpanorama bei Schwangau © Katrin Bloch

Kleeblattrunde durchs Ostallgäu

Mit gut 300 km kann man alle Rathäuser der Ostallgäuer Kommunen und der Stadt Kaufbeuren abradeln. Ob am Stück oder in Etappen, die Runde bietet viele Variationsmöglichkeiten.

Marktoberdorf - Aus den Ideen heraus, mal 300 km am Stück zu radeln und alle Gemeinden des Ostallgäus kennen zu lernen, haben Katrin Bloch und Johannes Auburger diese Radrunde entwickelt und auf dem Rennrad getestet. Startpunkt am Rathaus Marktoberdorf und Ende am Landratsamt, dazwischen werden alle Rathäuser der 45 Ostallgäuer Kommunen und der Stadt Kaufbeuren angesteuert.

Man muss die 300 km nicht am Stück radeln und man kann von jeder Gemeinde im Ostallgäu aus starten. Alle Wege sind befestigt, so dass die Runde bestens zum Rennradeln geeignet ist. Wem etwas feiner Schotter nichts ausmacht oder wer an der ein oder anderen Stelle weg von befahrenen Straßen will, der findet leicht Alternativrouten. Zum einen bietet die Radregion Allgäu sehr gute Beschilderungen, zum anderen kann man sich auch über Routing-Apps wie Komoot die Präferenzen anpassen.

Die Strecke kreuzt immer wieder die Bahnstrecken Buchloe - Kempten und Biessenhofen - Füssen und lässt sich auch über die Außerfernbahn in Pfronten oder Nesselwang erreichen. Ebenfalls möglich ist eine feste Unterkunft in der Mitte des Landkreises von wo aus man die Runde in drei oder vier Tagesetappen radeln kann. Die Runde gleicht etwas einem Kleeblatt:

0 - 100 km Schotterriedellandschaft mit tief eingeschnittenen Bach und Flusstälern

Von der Kreisstadt Marktoberdorf kann man in den Nordwesten des Landkreises starten. Über die Wertach nach Ruderatshofen und Aitrang an der Kirnach, dann nach Norden nach Friesenried. Hinauf zum Kloster Irsee erhält man einen einen schönen Blick auf das Wertachtal bevor es hinab nach Baisweil und Eggental am Wörthbach geht. Über ein dünnbesiedeltes Hochplateau das nach Norden ausfingernd einen Blick auf das Unterallgau erlaubt geht es vorbei an der Mindelquelle nach Ronsberg und Obergünzburg ins Tal der östlichen Günz. Über einen weiteren Anstieg kommt man ins Tal der westlichen Günz nach Untrasried ehe es wieder zurück an die Quelle der östlichen Günz nach Günzach kommt. Günzach hat den zweithöchsten Zweigleisigen Bahnhof und liegt an der Allgäubahn von Buchloe nach Kempten. Über Kraftisried geht es nach Unterthingau. Hier bietet sich eine gute Gelegenheit eine erste Runde zurück nach Marktoberdorf abzuschließen. Die Tour führt nach Görisried zum Teil durch den Kemptner Wald. Hinab zur tief in die Landschaft eingeschnittene Wertach und die Halde wieder hinauf kommt man nach Wald. In Lengenwang und Seeg kann man jeweils auf die Bahn umsteigen. Die König-Ludwig-Bahn zweigt bei Biessenhofen von der Allgäubahn ab und führt nach Füssen.

100 - 200 km: Hügeliges Voralpenland mit Königswinkel bis hin zum Auerberg

Von Seeg geht es vorbei an Weihern nach Rückholz. Über die Rückholzer Steige gelangt man an den Fuß der Alpen bei Nesselwang und Pfronten. In Nesselwang und Pfronten hat man Anschluss an die Außerfernbahn von Kempten nach Garmisch-Partenkirchen. Unterhalb von Burgruinen kommt man nach Eisenberg und Hopferau. Entlang des Hopfensees geht es über Rieden an den Forggensee. Von Füssen und Schwangau hat man einen herrlichen Blick auf die Königsschlösser am Fuße der Alpen. Füssen und Hopferau bieten Bahnanschluss über die König-Ludwig-Bahn nach Norden. Um den Bannwaldsee geht es nach Trauchgau. Bei Lechbruck quert man den Lech erneut und kommt vorbei an kleinen Voralpenseen mit herrlichem Bergpanorama nach Roßhaupten am nördlichen Ende des Forggensees. Entlang einer alten Bahnstrecke kann man rasant nach Stötten radeln, ehe man den markanten Auerberg nördlich passiert und Rettenbach erreicht. Von Stötten kann man auch der Bahnstrecke weiter bis nach Marktoberdorf folgen.

200 - 300 km: Hühnerbach, Gennach, Singold und Wertach bilden eine breite Schotterebene im Nordosten.

Von Rettenbach am Auerberg folgt die Tour grob dem Hühnerbach nach Bidingen und Osterzell. Etwas zickzack werden die Gemeinden entlang der Gennach und des Hühnerbachs eingesammelt: Stöttwang, Kaltental, Westendorf und Oberostendorf. In Waal befindet sich die Singoldquelle. Ganz im Norden des Landkreises findet man Lamerdingen. An der Gennach geht es wieder zurück nach Buchloe und Jengen. Buchloe das Tor zum Allgäu bietet Bahnanschluss in alle Himmelsrichtungen. Über Rieden-Zellerberg geht es ins Wertachtal bei Pforzen. Germaringen und Mauerstetten führen uns zur Kreisfreien Stadt Kaufbeuren. Über Biessenhofen geht es zurück zum Ausgangsort Marktoberdorf mit dem Finale am Landratsamt des Landkreises Ostallgäu. Kaufbeuren, Biessenhofen und Marktoberdorf bieten jeweils einen Bahnanschluss.

Unterwegs kann man sich gut versorgen: Bäckereien, Cafés,  Metzger und Käseläden findet man in fast allen Orten, Supermärkte sind zumindest in den Hauptorten an der Strecke. Die Allgäuer Küche bietet für jeden Geschmack etwas. In vielen Gemeinden gibt es auch Brunnen oder Trinkwasserspender, wo man seine Wasserflaschen auffüllen kann.

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